Bauindex
Der SBV veröffentlicht viermal im Jahr den Bauindex. Der Bauindex prognostiziert die Entwicklung des Umsatzes im Bauhauptgewerbe. Damit vermeiden Baufirmen böse Überaschungen und stellen sicher, dass Sie die Chancen der nächsten Quartale im Auge behalten.
Der Bauindex prognostiziert den Umsatz
Bauindex 3. Quartal 2025
Im dritten Quartal dürfte die Bautätigkeit laut Bauindex um 0.6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunehmen. Treiber ist der Hochbau, auch weil leicht mehr Wohnungen gebaut werden als bislang prognostiziert. Der Tiefbau hingegen wandelt auf einem tieferen Wachstumspfad.
Wohnungsbau
Der Wohnungsbau hat entgegen den Erwartungen bereits im zweiten Quartal 2025 zugelegt. Bis zum Jahresende wird mit mehr neuen Wohnungen gerechnet als bislang prognostiziert. Statt wie bisher 42’000 prognostizierte Wohnungen könnten 44’000 Einheiten neu im laufenden Jahr errichtet werden. Die Baugesuche haben sich zuletzt aber sichtbar abgeschwächt. Per Ende Juni 2025 beliefen sie sich auf 33.5 Mrd. Franken (rollende Jahressumme), das sind rund 8% weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. Die bisherigen Aufträge dürften das Wachstum auch in der ersten Jahreshälfte 2026 aufrecht erhalten, danach könnte die Bautätigkeit wieder schwächer ausfallen.
Wirtschaftsbau
Die Sparte Wirtschaftsbau bleibt auf absehbare Zeit auf ihrem unterdurchschnittlichen Niveau. Für die nächsten vier Quartale wird die Bautätigkeit voraussichtlich stagnieren. Die lahmende Schweizer Konjunktur, hohe Unsicherheit wegen der internationalen Zollentwicklung und schwache Beschäftigungsaussichten belasten Investitionen der Wirtschaft in Immobilien.
Öffentlicher Hochbau
Der öffentliche Hochbau zeigt sich derzeit recht volatil von Quartal zu Quartal. Im Mittel dürfte der vierteljährliche Umsatz bei rund 375 Mio. Franken auf absehbare Zeit liegen.
Öffentlicher Tiefbau
Das erste Halbjahr hat im öffentlichen Tiefbau schwach angefangen. Zwar sind die Auftragsbücher weiterhin gut gefüllt, aber die Neuaufträge haben zuletzt ebenfalls abgenommen. Daher hat sich der Wachstumspfand für die nächsten Quartale im Vergleich zur letzten Bauindex-Prognose abgesenkt. Der Bedarf an Infrastruktur ist aufgrund des Bevölkerungswachstums ungebrochen hoch. Das Raumplanungsgesetz, die staatliche Haushaltslage, Einsprachen oder technische Schwierigkeiten können den Ausbau jedoch vorübergehend bremsen. Deshalb entwickelt sich der Umsatz im öffentlichen Tiefbau volatiler als etwa im Wohnungsbau. Der Umsatz kann mehrere Quartale lang unterwartet tief ausfallen.
Privater Tiefbau
Der erfreuliche Jahreseinstieg im privaten Tiefbau war Vorbote für die kräftigte Entwicklung im Wohnungsbau. Der positive Trend des privaten Tiefbaus, bei dem vor allem Aushubarbeiten ins Gewicht fallen, sollte sich fortsetzen.
Der Bauindex prognostiziert den saisonbereinigten Umsatz für das nächste Quartal sowie den Trend für die drei anschliessenden Quartale.
Bis zum 3. Quartal 2023 wurde der Bauindex in Zusammenarbeit zwischen der Credit Suisse und dem Schweizerischen Baumeisterverband veröffentlicht. Ab dem 4. Quartal 2023 publiziert der SBV den Bauindex in Eigenregie.
Mit der Übernahme wurde die Methodik aktualisiert. Neu wurde das 1. Quartal 2023 auf einen Wert von 100 Punkten kalibriert. Die Daten aus der SBV Quartalserhebung zu Auftragseingang, Arbeitsvorrat und Bauvorhaben sind weiterhin die wichtigste Quelle für die Prognose. Zusätzlich fliessen Baugesuche, öffentliche Ausschreibungen, Zinsen und Baumaterialien in die Bauindex-Prognose ein. Beim Bauindex handelt es sich um eine lineare Regression.