Lohnerhebung
Die Lohnerhebung des SBV gibt Auskunft über die ausbezahlten Löhne in Bauhauptgewerbe. Ein hoher Rücklauf ermöglicht repräsentative Ergebnisse. Dadurch können Sie die Entwicklung der Löhne, Nationalitäts- und Altersstruktur des Baustellenpersonals über die Jahre verfolgen.
Eine Übersicht über die Monats- und Stundenlöhne im Bauhauptgewerbe für alle Lohnklassen.
Die Nationalitätsstruktur der Vollzeitbeschäftigten im Bauhauptgewerbe.
Wie alt ist das Baustellenpersonal? In welchen Lohnklassen droht ein Fachkräftemangel? Die Daten der Lohnerhebung helfen Ihnen, Antworten zu finden.
Eine Zusammenfassung der Lohnerhebung auf einen Blick erhalten Sie mit den nachfolgenden Lohntabellen.
Die Highlights stellen interessante Fakten zur Lohnerhebung in den Fokus.
Wie hoch sind Effektivlohn und Mindestlohn? Wie stark sind die Löhne nach Abzug der Inflation gewachsen? Die Grafiken geben vertiefte Einblicke in die Zusammenhänge rund um den Lohn im Bauhauptgewerbe.
Mindestlohn und Durchschnittslohn
Das Bauhauptgewerbe hat die höchsten Mindestlöhne der Schweiz und die höchsten Löhne für Handwerker. Das Salär von Kaderleuten kann mit akademischen Berufen mithalten. Die hier dargestellten Monatslöhne werden 13-mal im Jahr ausgezahlt. Zuschläge und Mittagsentschädigungen kommen noch hinzu. Der Durchschnittslohn liegt in jeder Lohnklasse mehrere Hundert Franken über dem Mindestlohn. Den grössten Abstand verzeichnen Poliere, hier ist die Lohndynamik höher, mit der eigenen Erfahrung und Leistung lässt sich der Lohn am schnellsten steigern. Die Grafik zeigt auch: mithilfe einer Weiterbildung springt man in die nächste Lohnklasse und erhöht dabei sein Salär deutlich.
Mehr Lohngleichheit dank Bauhauptgewerbe
In der Schweiz ermöglicht die gute Infrastruktur, dass Personen in der Peripherie zu niedrigen Mieten wohnen und in die Stadt pendeln, wo hohe Löhne gezahlt werden. Das Bauhauptgewerbe reduziert die Ungleichheit noch auf eine weitere Weise: Im Vergleich zu den wesentlich breiter gestreuten Löhnen in der Schweiz sind die gewerblichen Löhne im Bauhauptgewerbe (Baustellenpersonal, kein Büro- oder Führungspersonal) wesentlich enger im mittleren bis hohen Lohnbereich konzentriert. Insbesondere Beschäftigte ohne formellen Bildungsabschluss verdienen im Bauhauptgewerbe mehr als in vergleichbaren Berufen anderer Branchen. Dies ist ein wichtiger Beitrag, um das hohe Lohnniveau und die hohe Lohngleichheit in der Schweiz zu halten.
Lohneffekt und Beschäftigungseffekt
Jedes Jahr veröffentlicht der SBV den Durchschnittslohn im Bauhauptgewerbe. Er betrug beispielsweise im Jahr 2018 5’804 Franken je Monat. Die Sozialpartner haben vereinbart, dass alle Löhne 2019 um 80 Franken angehoben werden. Dennoch weist die Lohnerhebung für 2019 einen Durchschnittslohn von 5’813 Franken aus, scheinbar nur ein Plus von 9 Franken. Woran liegt das? Die Antwort: am Lohneffekt und am Beschäftigungseffekt.
Man erhält den Durchschnittslohn, indem man die Löhne von allen Beschäftigten aufsummiert und sie durch die Anzahl der Beschäftigten teilt.
Der Lohneffekt misst, wie sich die ausbezahlten Löhne der Beschäftigten von einem Jahr zum anderen entwickeln. Die vereinbarte Lohnerhöhung um 80 Franken im Beispiel entspricht dem Lohneffekt
Der Beschäftigungseffekt misst, wie sich die Beschäftigtenstruktur hinsichtlich Alter, Erfahrung, Pen-sum, u.ä. verändert. Im Bauhauptgewerbe gibt es sehr viele ältere Arbeitnehmer mit hohem Lohn. Die sog. Babyboomer-Generation geht nun schrittweise in Pension. Damit fallen die hohen Löhne auf dem Arbeitsmarkt heraus, übrig bleiben die jüngeren Arbeitnehmer mit tiefem Lohn. Damit sinkt der Durchschnittslohn, im Beispiel um 71 Franken. Zählt man Lohneffekt (+ 80 Franken) und Beschäftigungseffekt (- 71 Franken) zusammen, ergibt sich die ausgewiesene Steigerung von 9 Franken. Wenn der Durchschnittslohn von einem Jahr zum anderen sinkt, so heisst das also längst nicht, dass die Löhne der Beschäftigten gekürzt wurden. Stattdessen ist die demographische Entwicklung verantwortlich.